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Happy Richter

Alle Welt (und nicht nur diese) schreibt in diesen Tagen über den Künstler Gerhard Richter, was – bedenkt man seinen 80sten Geburtstag – nicht verwundert, wieso nicht auch ich?

Einer konträren Ankündigung der WAZ war es zu verdanken, dass es auf den gut 40 Sitzen im Kino in der Julienstraße eng wurde und dass statt eines sommerlich andeutenden Familienfilms nun das dokumentarische Porträt des Künstlers, “Gerhard Richter – Painting”, gezeigt wurde. Eng wurde es deswegen, weil – mir unbekannt – Voranmeldungen möglich waren und ich eben nicht vorangemeldet zu warten und zu zittern hatte, ob die letzten Vorangemeldeten denn den Weg durch die eisige Kälte ins nicht weniger warme Kino fanden. Sie fanden nicht und so fanden sich die letzten Nachzügler – mir inkl – auf den letzten noch freien Plätzen ein und schauten sich an, wie sich Gerhard Richter an ein paar seiner abstrakten Bilder austobte und nebenbei über sein Schaffen sprach.

Das mit dem Sprechen hätte man sich nach meinem Erachten, vermutlich auch dem von Gerhard Richter selbst und gar dem des Rezensenten der Kunstzeitung, die ich Tags darauf las, sparen können:

“Doch kann man, darf man eingreifen, wenn einer wie er, der das Schweigen und die reichlich vorhandenen Zitate großer Denker dazu wie kein anderer verkörpert, rührend hilflos vor seinen Leinwänden steht, letztlich vielleicht auch passen muss, weil die Bilder schon alles sagen, was zu kommunizieren ist? ” – Karlheinz Schmid

Bei seinem Oeuvre und dem nun vorliegenden filmischen Beweis, muss diese Frage wohl mit nein beantwortet werden. Als ähnliches Beispiel fiel mir eine Rede von Jonathan Meese ein, die ich mal vor Jahren hörte, als dieser im Rahmen der “Reden von Morgen” in Essen unterwegs war. Bei dem was ich bisher von Meese sah, betrifft es bei ihm aber nicht nur die verbalen Äußerungen.

Mir gefielen die Eindrücke in Gerhard Richters Arbeitsweise und als regelmäßiger Vernissage.tv-Gucker der dort eher versteckte Blick hinter die Kulissen. Mit den im Film gezeigten “Abziehbildern” konnte ich aber weniger was anfangen.